Karl Schuster

Buchdruckergehilfe. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1911    † 1943

 

Lebenslauf

Karl Schuster wurde am 10.2.1911 in Wien geboren. Er arbeitete als Buchdruckergehilfe. Er war Aktivist der "Roten Falken". 1931 schloß er sich der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich und der freien Gewerkschaft an.

KPÖ, kommunistischer Jugendverband in Meidling, eingezogen in die deutsche Wehrmacht

1934 schloss sich Karl Schuster der KPÖ an. Bis Sommer 1940 war er am Aufbau des kommunistischen Jugendverbandes in Wien-Meidling beteiligt. Im Juni  1941 wurde er in die deutsche Wehrmacht eingezogen.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 2. 5. 1942 wurde Karl Schuster verhaftet und am 11. 12. 1942 gemeinsam mit Friedrich A(da)lbert Faß (hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 13.4.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Im Juni 1939 wurde Schuster durch [Josef] Berger dem kommunistischen Funktionär Leopold Morawetz zugeführt. Dieser forderte ihn offen auf, aktiv für die KPÖ tätig zu werden. Er teilte ihm mit, dass aus Sicherheitsgründen an Stelle der bereits bekannten Funktionäre andere Genossen, die politisch noch nicht in Erscheinung getreten seien, eingesetzt werden müssten. Schuster sei hiefür vorgesehen und sollte die Leitung der kommunistischen Jugend übernehmen.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizy, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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